EndoKI

KI-gestützte multimodale Diagnose und stratifizierte Behandlung der Endometriose (EndoKI)

Endometriose ist eine der häufigsten gynäkologischen Erkrankungen bei Mädchen und Frauen. Sie betrifft 10–15 % der Frauen im gebärfähigen Alter (50.000 Fälle pro Jahr in Bayern) und führt zu chronischen Symptomen und einer verminderten Fruchtbarkeit. Der innovative Ansatz des Forschungsprojekts EndoKI besteht darin, multimodale funktionelle und strukturelle nichtinvasive Bildgebungsverfahren (wie Ultraschall (US), Ultraschall-Elastographie und MRT) mit Methoden der künstlichen Intelligenz in ein umfassendes 3D-Beckenmodell zu integrieren, das durch intraoperative und postoperative Daten ergänzt wird. Dies wird kurzfristig die Entwicklung von KI-gestütztem Ultraschall für die Standardversorgung und mittelfristig einen stratifizierten, individualisierten funktionellen Bildgebungsansatz für eine schnellere Diagnose, eine effektivere Therapieauswahl und KI-gestützte laparoskopische Eingriffe bei Patientinnen mit Endometriose ermöglichen. Unter dem Motto „von Frauen für Frauen“ vereint das interdisziplinäre Projektteam sieben Expertinnen von Bayerns führenden Universitäten aus den Bereichen KI, chirurgische Assistenzsysteme, medizinische Bildgebung und Bildverarbeitung, klinische Expertise sowie Gender Studies in den Sozialwissenschaften.

Um unser Verständnis der Endometriose-Versorgung zu vertiefen, ist eine qualitative ethnografische Studie in das Projekt eingebettet. Diese Studie untersucht die Erfahrungen und Sichtweisen von Patientinnen, ambulanten Gynäkologinnen und Gynäkologen sowie Forscherinnen und Forschern mit dem Ziel, die spezifischen Bedürfnisse der Betroffenen zu ermitteln und die Diagnose- und Behandlungswege zu verbessern.

Die integrierte Studie wird vom Chair of Science, Technology, and Gender Studies durchgeführt.

EndoKI – Call for ParticipationQuälende Schmerzen, lange Wege bis zur Diagnose und Stigmatisierung prägen den Alltag von Menschen mit Endometriose bzw. Adenomyose. Jede zehnte Person, die bei der Geburt als weiblich zugeordnet wurde, lebt mit dieser chronischen Erkrankung; die durchschnittliche Wartezeit bis zur Diagnose beträgt acht Jahre. Die EndoKI-Ethnographie zielt darauf ab, die sozialen und kulturellen Dimensionen der Krankheit zu verstehen, die ihre Diagnose und Behandlung in Bayern prägen. Als Teil des übergreifenden EndoKI-Projekts konzentriert sie sich auch auf die ethischen Aspekte, Risiken und Chancen für die Entwicklung und Implementierung eines KI-gestützten Ultraschalltools, das auf den Erkenntnissen aus der ethnografischen Arbeit aufbaut.